Kommunismus und Matriarchat

Das Matriarchat wurde bereits von den Viehzüchtern beseitigt und nicht erst von den Ackerbauern

Eine Streitschrift

(Literaturhinweis zu H. Lorenz: "Die kommende Welt der mütterlichen Vernunft"; Kapitel: 5.2. Ackerbau und Viehzucht zerstören das Matriarchat)

Noch stärker als vor dem Kommunismus haben die Herrschenden Angst vor dem Matriarchat. Wie ist das zu erklären? Wieso stellt das sanfte und weibliche Matriarchat die bestehenden Herrschaftsverhältnisse noch stärker auf den Kopf, als es der Kommunismus ohnehin schon tut? Diese Frage läßt sich nur historisch und in den richtigen Zusammenhängen beantworten.

Im Prinzip drücken Kommunismus und Matriarchat dasselbe auf unterschiedliche Weise aus. Der Kommunismus ist eine geschichtliche Gesellschaftsformation, in der die Menschen ihre ureigensten Lebensprozesse gemeinschaftlich und zur Zufriedenheit aller gestalten. Die Urgesellschaft des frühen Homo sapiens war eine solche Gemeinschaft. Man kann diese frühen Jäger- und Sammlergemeinschaften auch als Urkommunisten bezeichnen. Allerdings waren zu dieser Zeit die gesellschaftlichen Produktivkräfte, die Wissenschaften und die Technik noch wenig entwickelt. Um diese zu entwickeln, bedurfte es der sieben Todsünden. Kurz, der Mensch mußte erst des Menschen Feind werden, damit der eine auf Kosten des anderen leben konnte, wodurch seine Konsumtionswünsche schneller wachsen konnten als seine persönlichen Mittel zu ihrer Befriedigung. Erst die gesellschaftliche Arbeitsteilung also und die damit entstehende Klassenteilung schufen die Voraussetzungen, daß der eine Mensch sich über den anderen erheben und ihn zur Mehrarbeit zwingen konnte.

Karl Marx hatte die gesellschaftlichen Epochen aufgedeckt, in denen sich die Menschheit entwickelt hat: die kommunistische Urgesellschaft, die patriarchalische Despotie als Übergang zur Klassengesellschaft, die Sklaverei als erste echte Ausbeutergesellschaft, den Feudalismus mit seinem privaten Landbesitz zur Ausbeutung der Bauernklasse sowie den Kapitalismus, wo das Kapital die Lohnarbeit zur Grundlage der Reichtumsproduktion gemacht hat. Aus dieser Abfolge der „Zivilisationsstufen“ wurde ersichtlich, daß es eine Höherentwicklung in der Menschheitsgeschichte gab, die von den Produktivkräften ausging und die Produktionsverhältnisse wie auch die Lebensverhältnisse der darin lebenden Menschenklassen bestimmte. Mithilfe der dialektischen Logik schließlich konnte Marx die zukünftige Entwicklung der Menschheit wissenschaftlich begründen, woraus sich der wissenschaftliche Sozialismus als Lehre und Praxis ergab.

Der wissenschaftliche Sozialismus wiederum begründete von da ab die Weltanschauung des revolutionären Proletariats. In der Vertiefung dieser Wissenschaft konnte nun nicht einfach nur das Entwicklungsmuster von der Höherentwicklung der Produktivkräfte und der damit fortlaufenden Veränderung der Produktionsweisen fortgeschrieben werden bis hin zur klassenlosen Gesellschaft, sprich Kommunismus. Es mußte genauso, nämlich dialektisch, also im widersprüchlichen Zusammenhang damit, die Entwicklung der Verhaltensweisen der Menschen zueinander untersucht und wissenschaftlich begründet werden. Und dies führt zwangsläufig zu dem gesellschaftlichen Kodex, den sich die Menschen in den jeweiligen Gesellschaftsformationen gaben und immer noch geben. Dieser Kodex hängt zum einen von den herrschenden Produktivkräften und Produktionsverhältnissen ab, also ob mit Hammer und Sichel produziert wird oder mit Maschinen oder Robotern und wie die Hierarchie der Menschenklassen in der Produktion wie in der Verteilung der Produkte ist. Zum andern ergibt sich daraus, wie die Menschen sich zueinander verhalten, ob als Produzenten, ob als Konsumenten, ob als Besitzer von Produktionsmitteln oder eigentumslose Menschen. Sie müssen sich bestimmte moralische Grundsätze geben, nach denen sie handeln wollen. Und eben das ist die ganz große Frage. Nämlich, wie und auf welcher Grundlage wollen wir alle zusammenleben?

Matriarchat versus Patriarchat

Genau hier kommen nun das Matriarchat und auch das Patriarchat ins Spiel. Das Matriarchat nämlich war die erste Selbstorganisationsform der frühen Menschheit. Es war die bisher größte Errungenschaft der Menschheit, die von den Frauen ausging, und allen Menschen genau jenen Platz in diesen Gesellschaften zuwies, den sie mittels ihrer geistigen, körperlichen, handwerklichen und nicht zuletzt auch charakterlichen Fähigkeiten ausfüllen konnten. Jeder einzelne Mensch wurde von seiner Geburt an genau von allen Mitgliedern der Gemeinschaft beobachtet und seine Besonderheiten abgeschätzt, damit er in allen seinen Lebensphasen all seine Fähigkeiten und Fertigkeiten voll entfalten konnte, um sie beständig in den Dienst der Gemeinschaft stellen zu können. Das Matriarchat ist also keine Herrschaftsform der Frauen oder von sonst irgend jemanden, sondern es ist die absolute Herrschaftsfreiheit, in der sich jeder um den anderen kümmert und Gedanken macht, damit es allen gut und besser geht. Diese Herrschaftsfreiheit schließt allerdings nicht aus, daß sich die einzelnen Sippenmitglieder anderen unterordnen. Im Gegenteil, da jeder vom anderen die Fähigkeiten und Fertigkeiten genau kennt, weiß jeder, wo der andere besser ist als er selbst, so daß sich hier eine Hierarchie aus den anerkannten Fähigkeiten und Fertigkeiten des einzelnen durch die anderen ergibt, so daß sich jeder freiwillig unterordnet, wenn der andere den größeren Weitblick hat. Jeder Zementierung dieser Hierarchien wird im Matriarchat durch absolut einstimmige Beschlüsse aller ein Riegel vorgeschoben. Ein weiterer Grundsatz im Matriarchat – und das ist das entscheidende Kriterium im Gegensatz zum Patriarchat – ist die Erbschaftsfolge bei Tod eines Sippenmitgliedes. Im Matriarchat erbt immer die Gemeinschaft die Gegenstände des Verstorbenen. Eine Reichtumsanhäufung bei einzelnen kann deshalb hier nicht stattfinden. Und damit sind wir beim Patriarchat.

Die beginnende Viehzucht zerstört das Matriarchat

Der Übergang zum Patriarchat war eine unmittelbare Folge der beginnenden Viehzucht, die vor zirka 12.000 Jahren an den Ufern des Schwarzen Meeres einsetzte und sich von da aus schnell über den fruchtbaren Halbmond ausdehnte. Die Viehherden wurden von den Männern gezüchtet, während die Frauen für den Hof verantwortlich waren. Diese natürliche Arbeitsteilung hatte sich mit der Zähmung von wildem Vieh herausgebildet. Die Viehherden bildeten eine Produktivkraft, wie sie zuvor nicht bekannt war. Die Tiere versorgten ihre Besitzer nicht nur mit Fleisch, Fellen und feinsten Werkzeugen aus Knochen, sie zeigten den Züchtern auch die Bedeutung des männlichen Samens für den Zuchterfolg, was bei ihnen die Vorstellung von der Zeugung eigener Kinder hervorbrachte, was aber im Matriarchat ausgeschlossen blieb. Zugleich waren die gezüchteten Viehherden ein wachsender Reichtum, den das Matriarchat mit seiner Erbschaftsfolge nicht aufnehmen konnte. Denn Matriarchat bedeutet Ausschluß von nahen Verwandten vom Geschlechtsverkehr. Das hatte zur Folge, daß sich jede Sippe in eine spiegelbildliche Sippe aufspalten mußte. Aus der einen kamen die heiratsfähigen Frauen, aus der anderen die heiratsfähigen Männer. Starb der männliche Viehzüchter, ging die Herde an die Sippe des angeheirateten Mannes, was natürlich fatal für die abgebende Sippe war. So kam es, daß alle in den Sippen dafür stimmten, daß künftig nicht die Sippe des Mannes erbt, sondern das Vieh in der Sippe verbleibt. Dieser Übergang vom Matriarchat zum Patriarchat war also vollkommen freiwillig von allen vollzogen worden. Doch die Vererbungsfolge vom Toten auf die Sippe (Matriarchat) zur Vererbung auf die Kinder des Toten (Patriarchat) stellte in wenigen Jahrzehnten die bis dahin friedfertigen Verhältnisse der Sippen auf den Kopf.

Die Entstehung von Familie und Privateigentum

Mit dem Privateigentum von Vieh zerfiel der Zusammenhalt in den Sippen. Aus den Sippen ging die (patriarchalische) Familie hervor. Da diese Familien sich selbst versorgen konnten, lösten sich die Sippenbande auf. Doch nichts trat an ihre Stelle. Das familiäre Privateigentum hetzte die Familien gegeneinander auf. Es ging von nun an um das Wachstum der Familie und der Herden, den Zugängen zu Wasser und Weideland. Die einst blutverwandten Sippenmitglieder mutierten zu sich bekämpfenden Familien. Die Blutrache der Sippen ging auf die Blutrache der Familien über. Mord, Habgier und Eigennutz kamen auf. Eine neue, höhere Einheit ihrer selbst mußte her. An die Stelle der praktischen Einheit in der Sippe trat die gedachte Einheit der Familien in einer gemeinsamen Herkunft, die nach und nach zu einer eigenen Religion wurde. Diese Religionen wiederum nahmen dieselbe Form an wie die neu entstandene patriarchalische Großfamilie: Der Patriarch an der Spitze, im Schlepptau dahinter seine leiblichen Kinder, die Kindesmutter als nichtswürdige Gebärerin seiner Kinder, danach die angeheirateten Schwiegertöchter und Schwiegersöhne und am Schluß die Haussklaven. Im Römischen Recht wurde diese Familienform mit den dazugehörenden Rechten und Pflichten festgeschrieben und so auf die gesamte Gesellschaft rechtskräftig übertragen. Dieses mehr als 5.000 Jahre alte Familienbild hat sich bis heute in der Kirche und den Weltreligionen erhalten. Dieses Familienbild ist zum unbewußten Bestandteil des gesamten globalen Gesellschaftsgefüges geworden. Es hat die Sklaverei hervorgebracht und den Feudalismus wie den Kapitalismus überdauert, und es hat letztlich auch den gewesenen Sozialismus moralisch geprägt. Das Patriarchat war die allererste Ausbeutungsform in der Menschheitsgeschichte. Die Frauen dieser Welt sind die am meisten ausgebeuteten Menschen: Sie werden durch den Hausherrn ausgebeutet, sie werden durch die Gesellschaft ausgebeutet, sie werden religiös ausgebeutet und für dumm verkauft, ja sie werden sogar durch ihre eigenen Kinder ausgebeutet. All das heißt Patriarchat. All das herrscht seit Anbeginn der Zivilisation auf dieser Welt. All das stinkt zum Himmel. All das ist schlimmer als Sklaverei, Fron und Lohnarbeit zusammen. All das geht zu Ende, wenn der Kapitalismus zu Ende geht. Wer das Patriarchat bekämpfen will, der bekämpft nicht nur das familiäre Ausbeutungsverhältnis, der bekämpft das Fundament aller bisherigen Ausbeutungsgesellschaften, der bekämpft die orientalische Despotie, die Sklaverei, den Feudalismus, den Kapitalismus – und er bekämpft das Schlimmste von allen – die religiöse Heuchelei, die sich seit 7.000 Jahren das Gutmenschenkostüm übergestreift hat und die mächtiger ist, als alle Machthaber dieser Welt, denn die religiöse Heuchelei knüpft die festesten Ketten mit ihrer angeblich gottgegebenen Moral, die immer nur das Diktum der Herrschenden trägt.

Das Ende von Zivilisation und Patriarchat

Der Begriff Matriarchat also rührt an den Grundfesten der Zivilisation. Aber was ist die Zivilisation? Die Zivilisation ist nichts anderes, als ein notwendiges Übel zur hemmungslosen (und letztlich immer ziellosen) Entwicklung der Produktivkräfte. Kein Mensch würde freiwillig 16 oder 18 Stunden am Tag arbeiten für einen anderen Menschen, noch dazu, wenn er von diesem immer nur Befehle und Tritte erhält. Das Matriarchat beendet letztlich jede Art von Ausbeutung, ab als Sklave, ob als Fronbauer, ob als Lohnarbeiter. Im Matriarchat liegt die Zukunft der Menschheit. Wenn das frühe Matriarchat die ursprüngliche natürliche Selbstorganisationsform der Menschheit war, dann muß das zukünftige moderne Matriarchat die Lebensformen wiederfinden, in denen der Mensch nie wieder ein ausgebeutetes, geknechtetes und erniedrigtes Wesen sein wird.

Wie die neue Gesellschaft aussehen wird, das lesen Sie in:

Holger Lorenz: „Die kommende Welt der mütterlichen Vernunft. Kommunistisches Manifest für das 21. Jahrhundert.“ Hardcover, 384 Seiten, 20 €, Marienberg 2016.

Weiterführende Literatur: Hannelore Vonier: "Was bedeutet Matriarchat?" http://matriarchat.info/grundlagen/beschreibung-matriarchat.html

Holger Lorenz am 9. November 2016

 

 

Links zum selbstbestimmten und selbstorganisierten Leben:

1.) Antifa und Klassenkampf

2.) Selbst aktiv werden

3.) Klassenkampf von unten

4.) Internationalistisch denken und handeln

5.) Knotenpunkt Berlin

6.) Globale Verständigung

7.) Die neue Massenbewegung Fridays for Future

 

Das moderne Matriarchat wäre die wirkliche sexuelle und gesellschaftliche Revolution

 

 

aus „Neues Deutschland“ vom 2. Februar 2018

KOLUMNE

Revolution in Sex und Arbeit

Elsa Koester meint, dass die #MeToo-Bewegung das Patriarchat in Gänze angreift: kulturell und ökonomisch

 

Wow, da geht es um Sex, um Flirten und Geschlechter, ja sogar um dreckige Geschichten am Arbeitsplatz! Die bürgerlichen Feuilletons sind Feuer und Flamme für die #MeToo-Debatte – kein Wunder, berührt sie doch die Lieblingsthemen westlicher Kultur: Arbeit und Sex. Vielleicht ist das der Grund, warum sich die Linke schwer tut mit diesem Kampf. Was die Bürgerlichen beschäftigt, kann keinen linken, emanzipatorischen Anspruch haben, sondern muss – nun ja, eben bürgerlich sein. Dabei greift die aktuelle Frauenbewegung gerade durch die Verbindung von Arbeit und Sex das Patriarchat als allumfassendes, weltweites Machtsystem in seinem Kern an – und ist damit revolutionär.

 

Zugegeben: Frauen, die mit ihrem Smartphone in der Hand 280-Zeichen-Tweets über ungewollte Hände auf ihrem Po schreiben, sehen nicht wie Revolutionärinnen aus. Zumindest nicht für Bilderbuch-Marxisten, die nach Industriearbeitern mit Schirmmützen Ausschau halten und das beliebte Märchen Streik – Enteignung – Vergesellschaftung der Produktionsmittel – voilá, befreite Gesellschaft! glauben.

 

Aber es gibt durchaus einige Argumente, die #MeToo-Bewegung als revolutionär zu bezeichnen. Frauen weltweit (immerhin in 85 Nationen!) verweigern sich ihrer Rolle als Unterworfene. Sie bestreiken ihre grundsätzliche sexuelle Verfügbarkeit, aber auch viel mehr als das: Sie widersetzen sich der Abhängigkeit von Männern, männlichen Vorgesetzten, Kollegen und Förderern. Damit widersetzen sie sich dem patriarchalischen System, das auf der Abwertung von Frauen beruht – auf kultureller wie ökonomische Ebene.

 

Die Abwertung der Frau drückt sich ökonomisch darin aus, dass ihrer Arbeit weniger Wert beigemessen wird als der des Mannes. Das ‚weibliche’ Arbeiten wie Erziehung, Pflege, Sorge schlecht bezahlt werden oder ganz ins Private und damit Unbezahlte abgeschoben werden. Dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt aus Führungspositionen herausgehalten werden. Es ist unter anderem die patriarchalische Strukturierung des Arbeitsmarktes und die Aufteilung von privater Sorgearbeit und Lohnarbeit, die Geschlechterungleichheit zu einem Hauptwiderspruch macht.

 

So sind auch die Kämpfe der IG Metall um eine 28-Stunden-Woche als Folge feministischer Auseinandersetzungen zu sehen. Denn wenn eine Frau nicht mehr abgewertet wird, wenn also Sorgearbeit aufgewertet und ebenso wie Lohnarbeit gerecht zwischen den Geschlechtern verteilt wird – dann ist eine 40-Stunden-Woche nicht mehr haltbar. Das merken auch die Metaller: Wenn sie nach acht Stunden nach Hause kommen, sind Kochen, Wäsche waschen, Küche putzen, Kind ins Bett bringen auf Dauer nicht mehr drin.

 

Während sich in den Feuilletons reaktionäre Männer und Frauen wegen des Feminismus noch Sorgen um die Kultur des Flirtens machen, stoßen feministische Auseinandersetzungen also längst in die Auseinandersetzungen zwischen Arbeit und Kapital um den Arbeitstag vor (für die Marxisten: Das Kapital Band I, Kapitel 8.). Doch auch wenn der Kampf um die geschlechtsspezifische Arbeitsverteilung ökonomisch geführt werden muss – die gesellschaftliche Akzeptanz der patriarchalischen Arbeitsstruktur wird kulturell hergestellt. Wird diese sexistische Kultur bestreikt, hat dies fundamentale Folgen für die patriarchale Ordnung.

 

Ein leider gängiges Mittel, die männliche Dominanz in der Arbeitswelt aufrecht zu erhalten, ist der Missbrauch von Sexualität. Schlaf mit mir, erkenne meine Macht an, dann darfst du auch arbeiten – aber nur so viel, wie ich es zulassen: Denn der Bestimmer bleibe ich, meine Macht, meinen Penis hast du zu achten, sonst kann ich dir alles wieder wegnehmen. Dass sexualisierte Gewalt so häufig mit dem Arbeitsplatz auftritt: kein Wunder. Das Patriarchat sitzt an der Schnittstelle zwischen Bevölkerungsregulierung und Arbeitsorganisation, an der Lenkstelle der Macht: zwischen Sex und Arbeit.

 

Die aktuellen feministischen Kämpfe sind damit doppelt revolutionär: Einerseits bringen sie durch die Verweigerung weiblicher Unterwerfung und männlicher Herrschaft das Patriarchat zum Einsturz. Andererseits mischen sie durch die Verweigerung patriarchalische Arbeitsteilung den Kapitalismus auf. Wer dieses revolutionäre Potential verkennt, ist anachronistischer Romantiker. Wer es den Feministinnen abspricht und #MeToo als bürgerlichen Klatsch klein redet, ist konterrevolutionär.

 

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(English)

Communism and matriarchy

A pamphlet

 

(Literature reference to H. Lorenz: "The coming world of maternal reason"; Chapter: 5.2. Agriculture and cattle breeding destroy the matriarchy)
The rulers are even more afraid of matriarchy than of communism. How can this be explained? Why is the gentle and feminine matriarchy turning the existing power relations upside down even more than communism is already doing? This question can only be answered historically and in the right context.

In principle, communism and matriarchy express the same thing in different ways. Communism is a historical social formation in which people shape their very own life processes collectively and to the satisfaction of all. The original society of early Homo sapiens was such a community. These early hunter-gatherer communities can also be called original communists. At that time, however, the productive forces of society, the sciences and technology were still underdeveloped. The seven deadly sins were needed to develop them. In short, man first had to become an enemy of man so that one could live at the expense of the other, which meant that his desire for consumption could grow faster than his personal means of satisfying it. It was only the division of labor in society and the resulting division of classes that created the conditions for one person to rise above the other and force him to work overtime.

Karl Marx had uncovered the social epochs in which mankind developed: the communist primordial society, patriarchal despotism as a transition to class society, slavery as the first real exploiting society, feudalism with its private land ownership to exploit the peasant class and capitalism where capital has made wage labor the basis of wealth production. From this sequence of "civilization levels" it became clear that there was a higher development in human history, which started from the productive forces and determined the conditions of production as well as the living conditions of the classes of people living in them. Finally, with the help of dialectical logic, Marx was able to scientifically justify the future development of humanity, from which scientific socialism emerged as teaching and practice.

From then on, scientific socialism established the worldview of the revolutionary proletariat. In the deepening of this science, it was not simply possible to continue the development pattern from the higher development of the productive forces and the consequent change in the modes of production to the classless society, i.e. communism. In the same way, namely dialectically, ie in a contradictory context, the development of people's behavior towards one another had to be examined and scientifically justified. And this inevitably leads to the social code that people in the respective social formations gave and still give. This code depends on the one hand on the prevailing productive forces and production conditions, i.e. whether it is produced with hammer and sickle or with machines or robots and how the hierarchy of the human classes in production and in the distribution of products is. On the other hand, it results from how people relate to each other, whether as producers, whether as consumers, whether as owners of means of production or without property. They have to adopt certain moral principles according to which they want to act. And that is the really big question. Namely, how and on what basis do we all want to live together?

Matriarchy versus patriarchy

 

This is exactly where matriarchy and patriarchy come into play. Matriarchy was the first form of self-organization in early humanity. It was the greatest achievement of mankind to date, which came from women, and assigned all people exactly the place in these societies that they could fill through their mental, physical, manual and last but not least character skills. Every single person was closely observed by all members of the community from birth and his special features were assessed so that he could fully develop all his skills and abilities in all phases of his life so that they could be constantly used in the service of the community. The matriarchy is therefore not a form of rule by women or by anyone else, but it is the absolute freedom of domination in which everyone cares about each other and ponders so that everyone is doing well and better. This freedom of rule does not preclude the individual members of the clan from subordinating themselves to others. On the contrary, since everyone knows each other's abilities and skills, everyone knows where the other is better than himself, so that here a hierarchy results from the recognized abilities and skills of the individual by the others, so that everyone volunteers subordinate if the other has the greater vision. Every cementation of these hierarchies is blocked in the matriarchy by absolutely unanimous decisions of everyone. Another principle in matriarchy - and this is the decisive criterion in contrast to patriarchy - is the succession in the event of the death of a clan member. In the matriarchy, the community always inherits the objects of the deceased. A wealth accumulation among individuals cannot therefore take place here. And that brings us to the patriarchy.
The beginning of cattle breeding destroys the matriarchy
The transition to patriarchy was a direct consequence of the beginning of animal husbandry, which began around 12,000 years ago on the shores of the Black Sea and from there quickly expanded over the fertile crescent. The herds of cattle were raised by the men, while the women were responsible for the farm. This natural division of labor had developed with the taming of wild cattle. The herds of cattle formed a productive force that was previously unknown. The animals not only provided their owners with meat, furs and the finest tools made of bone, they also showed the breeders the importance of the male seed for breeding success, which gave them the idea of ​​having their own children, but this was excluded in the matriarchy. At the same time, the herds of cattle were growing wealth that the matriarchy could not accept with its inheritance. Matriarchy means that close relatives are excluded from sexual intercourse. As a result, each clan had to split into a mirror-image clan. The marriageable women came from one, the marriageable men from the other. If the male rancher died, the herd went to the clan of the married man, which of course was fatal to the relinquishing clan. It so happened that everyone in the clan voted that in future it would not be the man's clan who would inherit, but the cattle who would remain in the clan. This transition from matriarchy to patriarchy was completely voluntary. But the inheritance sequence from the dead to the clan (matriarchy) to the inheritance to the children of the dead (patriarchy) turned the previously peaceful conditions of the clans upside down in a few decades.

The formation of family and private property

 

With the private ownership of cattle, cohesion fell apart. The (patriarchal) family emerged from the clans. Since these families could take care of themselves, the gang of families broke up. But nothing took their place. The family's private property incited the families against each other. From now on it was about the growth of the family and the herds, the access to water and pasture. The once blood-related kin members mutated into fighting families. The blood vengeance of the clans passed on to the blood vengeance of the families. Murder, greed and self-interest emerged. A new, higher unity of itself was needed. The practical unity in the clan was replaced by the imagined unity of families from a common origin, which gradually became their own religion. These religions, in turn, took the same form as the newly formed extended patriarchal family: the patriarch at the top, his natural children in tow, the child mother as the child's worthless child, then the married daughters-in-law and sons-in-law and finally the house slaves. In Roman law, this family form was laid down with the associated rights and obligations and thus legally transferred to the entire society. This family picture, which is more than 5,000 years old, has been preserved in the church and world religions to this day. This family picture has become an unconscious component of the entire global social structure. It brought about slavery and outlasted feudalism and capitalism, and ultimately it also shaped morally existing socialism. Patriarchy was the very first form of exploitation in human history. The women of the world are the most exploited people: they are exploited by the landlord, they are exploited by society, they are exploited religiously and sold for stupid, even they are exploited by their own children. All of this is called patriarchy. All of this has prevailed in this world since the beginning of civilization. All that stinks to heaven. All of this is worse than slavery, fron and wage labor combined. All of this comes to an end when capitalism comes to an end. Those who want to fight patriarchy are not only fighting the family exploitation relationship, they are fighting the foundations of all previous exploitation societies, they are fighting oriental despotism, slavery, feudalism, capitalism - and they are fighting the worst of all - religious hypocrisy, that The good man costume has been slipped on for 7,000 years and is more powerful than all those in power in the world, because religious hypocrisy ties the tightest chains with their supposedly God-given morality, which always only bears the dictum of the rulers.
The end of civilization and patriarchy
The term matriarchy therefore touches on the foundations of civilization. But what is civilization? Civilization is nothing more than a necessary evil for the uninhibited (and ultimately always aimless) development of the productive forces. No one would volunteer to work for another person 16 or 18 hours a day, especially if they only ever received orders and kicks from them. The matriarchy ultimately ends any kind of exploitation, whether as a slave, whether as a front worker, or as a contract worker. The future of mankind lies in matriarchy. If the early matriarchy was the original natural form of self-organization of mankind, then the future modern matriarchy must find the life forms in which man will never again be an exploited, enslaved and degraded being.
You can read what the new company will look like in:
Holger Lorenz: "The coming world of maternal reason. Communist manifesto for the 21st century. ”Hardcover, 384 pages, € 20, Marienberg 2016.
Further literature: Hannelore Vonier: "What does matriarchy mean?" matriarchat.info/grundlagen/beschreibung-matriarchat.html
Holger Lorenz on November 9, 2016

 

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