JUNKERS-Ingenieure der IFA von A bis Z


Karl Aikele

Dipl.-Ing. Karl Aikele (12.9.1900) kam 1927 als studierter Statiker von Heinkel zu Junkers. Ab 1930 nach Günther Bocks Weggang an die TH Danzig übernimmt Karl Aikele als Abteilungsleiter das gesamte Statikbüro. Als Chefstatiker für alle Junkers-Typen bis 1945 verantwortlich. Nach 1945 zunächst im Brückenbau in Dessau tätig, um die Kriegsfolgen zu beseitigen, folgte er dem Angebot von Brunolf Baade zurück zu Junkers zu kommen. Er leitete von nun an das Festigkeitslabor in Dessau, weil inzischen Waldemar Günther Chefstatiker geworden war. Auch in Podberesje und Dresden Leiter Festigkeitslabor, nach 1961 am Institut für Leichtbau (IfL) tätig.

Dr. Backhaus

Dr. Georg Back­haus (22.10.1910) war bis 1937 Assistent von Prof. Wilhelm Hoff. Seit 1938 bei Junkers als Entwurfs-Aerodynamiker. Seine erste Aufgabe war die strömungstechnische Untersuchung zum Ausblasen und Absaugen an Ju 90 V5. Nach Dr. Sighard Hoerners Wechsel zu Messerschmitt wird Backhaus 1941 Chef der Entwurfsabteilung Aerodynamik. Vorschlag „Schiebender“ Flügel für Ju 287. Bis 1954 in UdSSR. 1956 Honorar-Professor an TH Dresden. Bis 1961 in DDR-Luftfahrt, danach ordentlicher Prof. für Technische Mechanik an TH Dresden.

Prof. Bock

Dipl.-Ing. Günther Bock begann 1923 bei Junkers und war bis 1931 Chefstatiker. Danach Professur an TH Danzig. 1933 holte Göring ihn als Chefingenieur ins RLM. 1936 ging Bock als Direktor der Abteilung Flugwerk zur Deutschen Versuchsnastalt für Luftfahrt (DVL) nach Berlin. Ab 1941 war er der Chef der DVL. Nach dem Krieg wurde er beim sowjetischen ZAGI wissenschaftlicher Berater (bis 1953 in Moskau). Im November 1953 wird er unter Brunolf Baades Leitung Chefkonstrukteur für das düsengetriebene Passagierflugzeug "152". Ab 1955 Professor an der Uni Darmstadt und ab 1965 wieder Leiter der DVL.

Max Busse

Ing. Max Busse (13.9.1900) studierte Maschinenbau. Kam am 29. Oktober 1928 zu Junkers ins Konstruktionsbüro. In der Hauptabteilung Triebwerk, die von Georg DuBois geleitet wurde, war er in der Abteilung Triebwerkeinbau/Kraftstoffanlage, die Hans Hoch leitete, beschäftigt. Verantwortlich für Kraftstoffanlage der Ju 86, Ju 87 und Ju 287. Vor der Deportation der Junkerswerker am 22.10.46 mit kleiner Gruppe wegen Ju-287-Flugerprobung in zwei IL-12 nach Moskau geflogen. 1954 zurück in DDR. Dort Abt.-Leiter Kraftstoffanlage.

Kurt Cyron

Dipl.-Ing. Kurt Cyron (29.10.1907) studierte in Breslau Maschinenbau (zus. mit Hans Wok­ke), kam im März 1935 zu Junkers. Dort zuerst an Ju 160, dann an Ju 88 unter Typenleiter Alfred Gassner gearbeitet. Konstruierte das Flügelmittelstück der Ju 88 in Stahl (Patent). Erarbeitete ähnlichen Entwurf für Ju 290. Ab 1940 Typenleiter für Ju 252/352. Für Jägerprogramm 1944 Typenleiter der Me 263 (Ju 248), Prototyp nur zu 60 % fertig geworden. Nach 1945 in versch. Firmen tätig. 1959 in Dresdner Flugzeugindustrie Leiter für Wirtschaftlichkeitsberechnungen und -vergleiche.

Philipp von Doepp

Dipl.-Ing. Philipp von Doepp (8.5.1885) studierte Elektroingenieurwesen in St. Petersburg. Kam 1910 nach Aachen in die Forschungsanstalt von Prof. Junkers. Ab 1919 leitete er den Junkers-Windkanal bis zum Kriegsende 1945. Laut Prof. Erich Truckenbrodt war von Doepp ein gewissenhafter, fast schon pedantischer Forscher. Unter Doepp arbeiteten u.a. Dr. Kuno Strauss, Kurt Palitzsch, Otto Everling, Werner Hempel, Paul Jaensch (alle 1946 in UdSSR) und Otto Frenzl (WK 900). Nach 1945 ging Doepp in die USA.

Josef Freckmann

Dipl.-Ing. Josef Freck­mann (13.2.1899) seit 1937 bei Junkers Gruppenleiter der Abteilung Steuerung, verantwortlich für die Neuentwick­lung von Leitwerken und Rudern. Ab April 1940 im Prager Junkersbüro. Dort Entwurf, Berechnung und Konstruktion der Ju-290-Steuerung für verschiedene Antriebsarten (elektr., hydr., Preßluft). Von 1946 bis 1954 UdSSR. Flatterfreie hydromechanische Steuerung der EF-150. Nach Rückkehr in DDR bis 1961 Hauptabteilungsleiter Steuerung im Entwicklungswerk.

Otto Frenzl

Dipl.-Ing. Otto Frenzl (12.11.1909) studierte an den TH Graz und Wien Elektrotechnik. Mit 28 Jahren kam er 1937 zu Junkers. In der Abt. Strömungstechnik unter Ph. von Doepp war er für die wiss.-techn. Betreuung der Anlage verantwortlich. 1941 war er maßgeblich am Bau des Hochgeschwindigkeitskanals HK 900 beteiligt. Die Anlage lief mit 220 m3 Heißdampf und 12 atü Druck einige Minuten bis Machzahl 0,95 bei einem Meßquerschnitt von 30 x 30 cm. Bei Messungen mit Halbmodellen der Ju 287 entdeckte er zus. mit Werner Hempel die „Flächenregel“, die 1952 in den USA bei der NACA von Whitcomb erneut entdeckt und als „Area Rule“ bezeichnet wurde. 1944 Erarbeitung des Ejektorwindkanals M3 für Junkers im Muldenstein. Ab 1946 in Frankreich bei der SNECMA Projektierung weiterer großer Windkanäle bis in die späten 1960er Jahre.

Fritz Freundel

Dipl.-Ing. Fritz Freundel (17.12.1898), Ingenieurstudium in Mittweida. Kommt am 1.9. 1921 zu Junkers. Seit 1923 Abteilungsleiter für Neukonstruktion Flügel, Leitwerke, Fahrwerke, Steuerung fast aller Typen, 1940 Ernennung zum Ober­ingenieur. Enge Zusammenarbeit mit Ernst Zindel, Johannes Haseloff, Franz Griebsch und Franz Strobel. Entwick­lung des in einem Stück geschmiedeten Flügelholms der Ju 288/287. Von 1946-54 in UdSSR, Entwicklung Schalenflügel JU/EF-132 und JU/EF-150. Techn. Direktor ab 1956 im Flugzeugwerk Dresden. Maßgeblich am Flugzeug „152“ beteiligt.

Fritz Freytag

Dipl.-Ing. Fritz Freytag (7.9.1908) war von 1930 bis 1936 Versuchsing. an der AVA Göttingen. Am 1.10.36 wechselte er zu Junkers als Aerodynamiking. ins Entwurfsbüro. Leitete ab 1939 dort das Projektbüro. Als Projekting. der Ju 287 hat­te er wesentlichen Anteil an deren Auslegung. War nach 1945 bei Junkers stellv. Chefkonstrukteur unter B. Baade. Von 1946-54 in UdSSR. Bis 1960 Chefkonstrukteur der Flugzeugwerke Dresden. 1961 HA-Leiter beim Weser-Flugzeugbau. Ab 1965 Techn. Leiter Transall. 1968 Direktor bei VFW.

Franz Griebsch

Ing. Franz Griebsch (geb. 1894 in Bernburg) seit 1923 bei Junkers, zunächst für Elektro- Ausrüstung der Flugzeuge zuständig, 1927 Übernahme des Techn. Sekretariats, 1933 Versuchsleiter Leichtbau, 1934-35 Arbeit mit Hugo Junkers in Bayrischzell an Architekturentwürfen für leichte Stahlbauten (Häuser, Fabriken, Kirchen). Nach Junkers’ Tod wieder in Dessau als Spezialist für Flugzeug­leichtbau. Mit B. Baade bis 1954 in UdSSR, dort Chefplaner des neuen Junkerswerkes für die DDR. Bis 1961 Hauptabteilungsleiter im Forschungszentrum der Luftfahrtindustrie in Dresden.

Hans Gropler

Dipl.-Ing. Hans Gropler (29.6.1909) studierte in Berlin und legte 1938 sein Diplom mit der Note „Sehr gut“ ab. Seit 1938 bei Junkers. Nach Weggang von Quick 1939 neuer Entwurfs­chef. Am 1. Mai 1942 Ernennung zum Oberingenieur. Wollte Junkers Ende 1944 verlas­sen und an der TH Danzig den Lehrstuhl für Luftfahrzeugbau übernehmen. Nach 1945 zusammen mit Prof. Hertel in Frankreich. Ab 1952 in Nürnberg bei der MAN, später im Kranbau tätig.

Erwin Handke

Ing. Erwin Handke (12.5.1911) gehörte zu den außergewöhnlichsten Ingenieuren. Nach Arbeitslosigkeit beim expandierenden Junkers-Konzern 1934 angestellt, zeigt er sein einzigartiges Konstruktionstalent. Vom Entwurf wechselt er in die Entwicklung, wird dort selbständiger Sachbearbeiter für Sonderaufgaben. Konstruiert die Absauganlage der Ju 90/V5-V6, kraftverstärkte Steuereinrichtungen und für Jumo Getriebe größter Leistung. Ab 1940 bei Carl Zeiss für opt. Visiere zuständig. 1945 zurück zu Junkers. Mit B. Baade bis 1954 in UdSSR. 1955 Techn. Direktor Motorenwerk Karl-Marx-Stadt. Nach 1961 Direktor der Orsta-Hydraulik.

Gerhard Hartmann

Dipl.-Ing. Gerhard Hartmann (26.1.1908) hat um 1934 bei Junkers als Konstrukteur in der Abteilung von Obering. Fritz Freundel (Tragwerk) angefangen. Bei der Ju-88-Konstruktion war er bereits Gruppenführer für die Leitwerkskonstruktion. Danach Chef im Kobü-Musterbau für Leitwerke bis Kriegsende. Unter Brunolf Baade an Ju 287 bzw. EF-131 bis JU/EF-152 für Leitwerk verantwortlich. 1954 aus UdSSR zurück in DDR. In Dresden wieder für Musterbau Leitwerke sowie Baades Turbinenauto verantwortlich.

Johannes Haseloff

Dipl.-Ing. Johannes Haseloff (5.8.1898), begann 1921 bei Junkers als Konstrukteur. Wird schnell Ernst Zindels engster Mitarbeiter. Seit 1923 Abteilungsleiter Rumpfkonstruktion. Beteiligt an allen Typen. Leitet mit Zindel an Ju 160 neue Rumpfbauweise ein mit längs und quer (Seitenwände) liegenden Versteifungsprofilen. 1944 erneut neue Rumpfkonstr. am Strahlbomber Ju 287 mit großen Integralteilen zur Flügelkrafteinleitung. Von 1946-54 in UdSSR. Ab 1955 Aufbau DDR-Luftfahrtind. als Konstruktionsleiter und stellv. Chefkonstrukteur.

Werner Hempel

Dipl.-Ing. Werner Hempel (6.12.1910) begann am 1. Juni 1936 bei der Firma Junkers im Konstruktionsbüro. Am 1. August 1938 wird er selbständiger Versuchsingenieur und wechselt zum Windkanal HK 900. Dort zus. mit Otto Frenzl 1943 Begründer der „Flächenregel“. Von 1946 bis 1954 in UdSSR. Im DDR-Flugzeugbau Aufbau einer selbständigen Abteilung Entwurfsdokumentation im Konstruktionsbüro. Diese Abteilung unter seiner Leitung stellte alle verfügbaren Daten über ausländische Flugzeuge und Technik übersichtl. zusammen.

Wilhelm Hundt

Dipl.-Ing. Wilhelm Hundt (13.4.1906) studierte in Hannover Maschinenbau. 1933 As­sistent am Institut für Aerodynamik an TH Hannover. 1934 Teilkonstrukteur bei Fieseler. Ab 1. September 1934 bei Junkers im Kobü-Rumpfende und Leitwerk. Leitwerk Ju 89 und Ju 90. Wärmeisolation Höhenkammer Ju 86 P. Werkstattbetreuung Ju 288 V1. 1941 Konstruktionsberater bei Junkers in Rüsselsheim (Opel). Ab 14.8.42 im Kobü Prag Chef von 60 tschechischen Ingenieuren. Arbeit an Ju 290, Ju 252, Ju 388 und Bombenraum Ju 287. Von 1946 bis 1952 in UdSSR als Versuchsingenieur für Bruchversuche tätig.

Heinz Kraft

Dipl.-Ing. Heinz Kraft (21.4.1898), Maschi­nenbau­studium an TH München, 1923 Schiffswerft Stralsund, dann bei Rohrbach, Heinkel und Henschel. Seit 1936 bei Junkers. Typenleiter Ju 90, Variantenkonstruktionen der Ju 252, 352 und 290 in Prag. Leiter des Prager Konstruktionsbüros mit etwa 200 tschechischen Konstruteuren. 1946 Wiederaufbau von Fabriken in Halle. 1948 Aufbau Sauerstoffwerk Griesheim, nach 1950 Entwicklung von Auto-Fertigungsstraßen.

Dr. Walter Lehmann

Dr. Walter Lehmann (7.7.1915) studierte in München und Darmstadt, dort Mitglied der Akaflieg. Bei Arado in Brandenburg Aerodynamiker unter Chef-Aerodynamiker Rüdiger Kosin. 1945 Anstellung bei Junkers in Dessau in der Entwurfsabteilung Flugmechanik. Hier war er für die Berechnungen der Steuermanöver sowie des Start- und Landeverhaltens zuständig. Von 1946-1954 in UdSSR. Dort entwic­kelte er für die JU/EF-150 das absenkbare Tandemfahrwerk. 1955 Promotion über Tandemfahrwerk. Maßgeblich beteiligt an der Idee des gepfeilten Doppeltrapezflügels für große Zuspitzungen. In DDR unter Prof. Back­haus Chef der Entwurfsabteilung Aerodynamik (Flügel der großen EF-160 und der vierstrahligen 154).

Willi Lehmann

Ing.-Pilot Willi Lehmann (6.12.1918), lernte bei Junkers Flugzeugschlosser. Im Anschluß Ingenieurstudium in Stettin. Ab 1939 wieder bei Junkers als Flugversuchsingenieur. Während des Krieges Pilot auf Ju 52, Ju 87 und Ju 88. Von 1946 bis 1952 in UdSSR bei Baade Flugversuchsingenieur (z.B. auf JU/EF-150). Ab 1955 Flugzeugführer in Dresden. Umschulung in UdSSR auf IL-28 (20. November 1957 bis 7. Februar 1958) und Tu-104 (21. bis 28. Juli 1958). Danach Leitender Versuchspilot für die 152. Als Kommandant der 152 V1 zwei Flüge. Beim 2. Flug am 4. März 1959 Absturz mit 152 V1 nach 55 Minuten Flugzeit, wobei die Besatzung (Willi Lehmann, Co-Pilot Kurt Bemme, Bordmechaniker Paul Heerling und Flugversuchsing. Georg Eismann) ums Leben kam.

Heinz Lehmann

Heinz Lehmann Pilot
Heinz Lehmann (14.8.1914) kam Anfang des Krieges als ausgebildeter Pilot zum Junkers-Serienwerk Bernburg. Dort flog er die neuen Flugzeuge (He 111, Ju 88, Ju 52) ein. Als Junkers-Werkspilot flog er 1944 auch die V-Maschinen der Ju 388 im Höhenflug (L. hatte die meisten Flugstunden in diesem Metier). Lizenzen für Landmaschinen C2, Kunstflug K2 und Blindflug 2. Nach 1945 bei fliegender Kasernierten Volkspolizei. Ab 1955 in Dresden Pilot zum Einfliegen der Serienmaschinen IL-14P. Schulung auf IL-28 und Tu-104 in UdSSR nach Absturz der 152V1. Heinz Lehmann flog als Flugkapitän die 152V4 am 26. August 1960 zusammen mit Co-Pilot Gerhard Güttel und Mechaniker Bernd Jendrusch. Bis 1975 im aktiven Flugdienst der Dresdner Flugzeugwerft tätig (An's, MiG's, Jak's, Mil's).

Fr.-Karl Maringer

Flugkapitän Friedrich-Karl Maringer gelang am 26. Mai 1941 gegen 18.40 Uhr mit der Ju 90 007 „Oldenburg“ obige Bauchlandung auf dem Dessauer Flugplatz. Das rechte Seitenleitwerk war nach heftigen Schwingungen zu Bruch gegangen. Mit an Bord waren Pilot Dautzenberg, Bordwart Berger, die Versuchsingenieure Schwarz und Roos sowie drei Herren von Siemens (Dreiachsensteuerung) und ein Herr von der Deutschen Lufthansa. Die 007 erlitt einen geschätzten Schaden von 20 Prozent.

Justus Muttray

Dipl.-Ing. Justus Mut­t­ray (30.8.1898) studierte zus. mit seinem Zwillingsbruder Horst-Wilhelm M. an TH Dresden Flugzeugbau. Kriegsfreiwilliger im 1. Weltkrieg. In den 20er Jahren zu Junkers gekommen, befaßte er sich frühzeitig mit den Problemen des Stratosphärenflugs. Wurde Abteilungsleiter im Kobü Druckkabinen. Verantwortlich für Höhenkammern der Ju 49, Ju 61, Ju 86, Ju 288, Ju 287, Ju 132 bis Ju 150. Von 1946 bis 1950 in UdSSR. 1951 in Des­sau von der SMAD verhaftet, bis 1956 in UdSSR Zwangsarbeit. Bruder mit Heinrich Singer im Juni 1952 in Moskau hingerichtet.

Fritz Paasch

Dipl.-Ing. Fritz Paasch (10.4.1910) begann nach Studium 1935 bei Junkers in Abt. Statik als Kon­struk­tionskon­trol­leur. Später unter Dr. Kaul in Abt. Flugmechanik Abteilungsleiter Flugmessung. Bei Ju 287 Abt.-Leiter Lastan­nahmen. Von 1946 bis 1954 in UdSSR, dort in der Forschungsabteilung tätig. Nach der Rückkehr zunächst führend beteiligt am Aufbau des Junkers-Neuwerkes in Dresden. Nach Aufbau wieder im Bereich Forschung, Statik und Lastannahmen tätig.

Hermann Pohlmann

Dipl.-Ing. Hermann Pohlmann (26.6.1894) begann 1923 bei Junkers. Mit seinem Namen sind vor allem die Entwicklungen der Ju 60/160, Ju 87 und 88 verbunden. 1940 wechselte Pohlmann aus persönl. Gründen zum Flugzeubau von Blohm & Voss nach Hamburg. Nach 1945 kurzzeitig bei der spanischen CASA als Konstruktionschef beschäftigt, danach wieder im Hamburger Flugzeugbau technischer Direktor. Setzte 1958 Hans Wocke als seinen Nachfolger bei HFB ein.

August W. Quick

Dr.-Ing. August Wilhelm Quick (25.1.1906) studierte ab 1926 an TH Danzig, danach dort Assistent am Lehrstuhl für Luftfahrzeugbau. 1932 Wechsel zu Junkers. Von 1936 bis 1939 Chef des Entwurfsbüros und zus. mit Hans Wocke Vordenker der Projekte zur Ju 88 und Ju 288. 1939 folgt er dem Ruf der DVL nach Berlin und übernimmt das Direktorat Festigkeit. 1940 außerordentlicher Professor im Reichsdienst. Stellv. Vorstandsmitglied der DVL und korresp. Mitglied der Akademie der Luftfahrtforschung. In Frankreich ab 1946, Chef Gasturbinen. 1954 Prof. an TH Aachen.

Fritz Riedel

Ing. Fritz Riedel (7.6.1897) studierte in Aachen Maschinenbau. 1933/34 zu Junkers gekommen, dort Konstrukteur im Musterbau Rumpf. Unter Johannes Haseloff Aufstieg zum Gruppenleiter für die Flügel-Rumpf-Verbindung. Konstruktion der Ju-287-“Brücke“, die auf 30.000-Tonnen-Presse in Bitterfeld hergestellt wurde. 1946 bis 1954 in UdSSR. Bis 1961 in DDR Konstruktionsleiter Rumfmittelstück und Tragflügelmittelstück.

Herbert Scheller

Ing. Herbert Scheller (1.12.1899) begann 1925 bei Junkers. Seine erste große Aufgabe war die Leitung der Flügelkonstruktion für die Ju 88. Danach Leiter der Abteilung Vorkonstruktion und Versuche. Maßgeblich beteiligt an Entwicklung der Ju 288 und Ju 287. Ab 1946 in UdSSR. Schalenflügel JU/EF-132. Ab 1954 Aufbau der DDR-Luftfahrtindustrie in Dresden. Dort Hauptabteilungsleiter im Forschungszentrum.

Reginald Schinzinger

Dipl.-Ing. Reginald Schinzinger (26.4.1897), Artillerie-Flieger an der Westfront. Nach 1918 Studium in Stuttgart. Seit 1923 bei Junkers zunächst in Forschungsanstalt, dann unter von Doepp im Windkanal. Mitbegründer der Flugversuchsgruppe. Schinzinger wurde 1934 nach dem Weg­gang von Fritz Hoppe zur DVL neuer Abteilungsleiter der Junkers-Flugabteilung. Nach 1945 noch einige Jahre in Dessau, dann in Frankreich tätig. Arbeitete seit 1961 bei MBB in Ottobrunn.

Ernst Schlesinger

Meister Ernst Schlesiger (1.11.1903), leitete als „Eiserner Gustav“ die Groß-Bruchversuche im Festigkeitslabor. Dabei mußte er einem Dutzend oder mehr Leuten mit Trillerpfeife und Taktstock die Einschaltzeiten der Hydraulikzylinder akus­tisch und visuell befehlen. Denn die sich biegende Zelle verursacht ein unsägliches Quietschen, das sich kaum übertönen läßt. Er war mit in der UdSSR und bis zur JU/EF-152 in dieser Funktion tätig.

Boris von Schlippe

Dipl.-Ing. Boris von Schlippe (12.6.1903) in Lettland geboren und aufgewachsen. Nach Studium und Arbeit beim Flugzeugbau Rohrbach wechselte er 1930 zu Junkers. Leitete ab 1935 die Konstruktionsarbeiten am Höhenforschungsflugzeug JU/EF-61. Nach Beendigung der Arbeiten leitete er eine eigene Forschungsabteilung, die strahlgetriebene Flugzeuge projektierte (EFo-Typen), aber auch Schwingungen an Flugzeugen und dergleichen untersuchte. Mit B. Baade in UdSSR. Konnte bereits 1950 nach Deutschland zurückkehren.

H. Schmidt-Stiebitz

Dr.-Ing. Hermann Schmidt-Stiebitz (24.5.1911) studierte in seiner Heimatstadt Berlin Flug­zeugbau bis 1936. Anschließend Fliegerausbidlung. Ab 1937 bei Junkers im Konstruktionsbüro für die konstruktive Verfolgung der einzelnen Flugzeugtypen zuständig. Von 1946 bis 1953 in UdSSR. 1953-54 in Schiffswerft Roßlau bei Dessau. Ab 1955 in Aachen Oberingenieur am Lehrstuhl Schiffbau.

Martin Schrecker

Dipl.-Ing. Martin Schrecker (9.11.1909) begann nach dem Studium 1934 bei Junkers im Entwurfsbüro. Entwurfsarbeiten für Ju 90, Ju 290 und Ju 252. Mitarbeit am ersten Strahlbomber Ju 287. Von 1946 bis 1954 in UdSSR unter Hans Wocke Gruppenleiter Entwurf. Nach Rückkehr in DDR Entwurf-Abteilungsleiter im Aufbaustab in Pirna. Pfingsten 1955 Abwanderung in BRD. Neue Aufgabe in Bremer Flugzeugwerken in der Vorkonstruktion. Ab 1961 Typenleiter für die deutsch-französische Gemeinschaftproduktion „Transall“.

Franz Schubert

Dipl.-Ing. Franz Schubert (5.4.1905) studierte in Köthen Masch.bau. 1933 zu Junkers, 1934 selbständiger Konstrukteur, 1936 Grup­penleiter Neukonstruktion-Serie. Konstruktion von Klimaanlagen und Lösungen zum Problem des Scheibenbeschlagens. 1943 erarbeitete er Richtlinien für das Lichtbogen-Schweißen. 1945 zus. mit Joseph Besinger Berichte an Sowjets über druck­dichte Besatzungräume der Ju 287 und Ju 388. Von 1946 bis 1954 in UdSSR. Seit 1958 Abt.-Leiter im Entwurf für Konstruktive Vorklärung. Nach 1961 Leiter eines WTZ in Dresden.

Dr. H.-G. Schumann

Dr. Hans-Georg Schumann (12.6.1911) begann 1934 bei Junkers als Entwurfsingenieur. Er war stellv. Leiter der Abteilung Flugmechanik und einer der wichtigsten Entwickler der Ju 288 und Ju 287. Nach 1945 Abteilungsleiter Flugmechanik. Von 1946 bis 1954 in UdSSR und an dortigen Entwicklungen führend beteiligt. 1954 zurück in DDR, dort Hauptabteilungsleiter in der Entwicklung der Luftfahrtindustrie, später bei VFW in Bremen Leiter der Flugversuche für die VFW 614.

Hellmut Stegbeck

Dipl.-Ing. Hellmut Stegbeck (1908) arbeitete in der Junkers-Forschungsabteilung. Sein Spezialgebiet war die Feuerlöschanlage. Er machte die JU/EF-140 (Ju 287 V2) flugsicher, nachdem sie 1948 mit brennfreudigen russischen Turbinen (AM-TKRD-01) ausgerüstet worden war. Am 16.8.1959 geriet in Westthüringen eine Erd­gasssonde in Brand, wo bei 200 atü 30 m hohe Flammen schlugen. Nur mit dem Stegbeck-Verfahren konnte dieser Erdgasbrand gelöscht werden.

Hans Steudel

Dipl.-Ing. Hans Steudel (22.7.1883), einer der ältesten Mitarbeiter von Prof. Junkers, arbeitete seit 1913 in dessen Versuchsanstalt. Er leitete die Entwicklung der Junkersschen Schiffsmotoren. 1916 war er an Entwicklung der J.7 beteiligt. Ab 1933 leitete er die Junkers-Materialforschung. Von 1946-53 in UdSSR. Dort entwickelte er neues Gießverfahren zur Turbinenschaufelherstellung für NK-12, der stärksten Propellerturbine der Welt. Längst Rentner, reiste er 1953 via Berlin ins heimatliche Rheinland zurück.

Franz Strobel

Dipl.-Ing. Franz Strobel (15.9.1906) studierte in Köln Maschinenbau und kam 1936 von Heinkel zu Junkers. Arbeitete im Musterbau Flugwerk als Konstrukteur für besondere Aufgaben z.B. Schalenflügel. Nach dem Krieg kurzzeitig in Privatindustrie, ab Okt. 1945 wieder bei Junkers. Von 1946 bis 4. Juli 1954 in UdSSR. Dort Entwick­lung Schalenflügel für EF-132. Danach in DDR-Luftfahrtindustrie als Sonderbeauftragter von Johannes Haseloff im Konstruktionsbüro tätig. Dozent an TH Dresden für Flugzeugbau-Elemente.

Paul Szyszka

Dipl.-Ing. Paul Szyszka (1903) konstruierte das Fahrwerk der Ju 88 in kleinste Abmes­sungen um. Für die Ju 288 schuf er für das Fahrwerk eine selten gute Einklappkinematik, damit es hinter dem kleinen Jumo 222 verschwand. Von 1946 bis 1954 in UdSSR. Tandemfahrwerk für JU/EF-150. Im Dresdner Flugzeugbau ab 1955 Chef der Fahrwerkskonstruktion.

Walter Wogeck

Ing. Walter Wogeck (10.4.1911) begann am 1.4.1926 bei Junkers als Schlosserlehrling. Abendstudium in Dessau. Im Oktober 1933 Beginn als Vorrichtungskonstrukteur. 1937 Gruppenleiter, 1939 Abt.-Ltr. Meßwesen in Fertigungsentwicklung. Für Me 263 (Ju 248) 1944 Gesamtleitung der Fertigungsmittelentwicklung. Mehrere Patente. Oberingenieur. Von 1946 bis 1954 in UdSSR. Ab Oktober 1954 Mitglied der Aufbauleitung für neue Luftfahrtindustrie in der DDR. Ab 1955 Haupt­technologe. 1956 Lehrbeauftragter an TH Dresden. 1958 Chef Verfahrenstechnik und Bauweisen in VLI.

Hans Wocke

Dipl.-Ing. Hans Wocke (2.8.1908) studierte in Breslau Schiffbau und kam 1934 zu Junkers. Dort wurde er als Projektingenieur mit dem Entwurf neuer Muster betraut. Sein umfangreiches Wissen und sein Durchsetzungsvermögen waren bei komplizierten Projekten gefragt. Seit der Ju 288 war er der anerkannte Kopf im Entwurf. Im Som­mer 1945 wurde er der Leiter des Entwurfsbüros. Von 1946 - 1954 in UdSSR, danach bis 1957 in DDR Chefprojektant (152, 160). 1957 nach Hamburg zu HFB, dort Techn. Direktor (HFB 314/HFB 320) und ab 1967 bei Airbus Deutschland 1. Technischer Direktor. Ehrensenator der Stadt Hamburg.

Ernst Zindel

Dipl.-Ing. Ernst Zindel (23.1.1897) begann 1920 bei Junkers als Konstrukteur. Ab 1923 praktisch als Chefkonstrukteur tätig, zeichnete er bis 1945 für alle Flugzeugtypen von Junkers verantwortlich (einzige Ausnahme Ju 88, da Generaldirektor Koppenberg ihn von 1936-1940 „kalt“ stell­te). Seine bescheidene und itegrative Art in Verbindung mit seinem großen Wissensschatz machten ihn zu einem vorbildlichen Chefkonstrukteur. Nach 1945 verließ er den Flugzeugbau. Wichtigste Arbeiten: G 38 und Ju 52.

Nach oben



Nachträge (ab hier nichtalphabetisch)


Gerhard Eggers

Prof. Dipl.-Ing. Gerhard Eggers (6. Juli 1912-23.8.1998) studierte in Rostock, Wien und Hamburg Mathematik, Physik und Chemie. Nach dem Staatsexamen, das er mit "Auszeichnung" bestand, ging er 1936 zu Junkers zunächst als wiss. Mitarbeiter. Bereits 1937 selbständiger Versuchsingenieur, 1938 Assistent des Leiters der Junkers-Versuchsabteilung, 1939-45 Wiss. Assi des Techn. Direktors (Prof. Hertel) und Abteilungsleiter Vorprojekte. 1945 als Spezialist von US-Militär in amerik. Sektor geschafft, dort zur BMW-Gruppe Dr. Oestrich gestoßen und 1946 nach Frankreich zur Atar-Entwicklung. 1950 Hauptabteilungsleiter Triebwerkeinbau bei der SNECMA Paris. 1958 Patent auf verlustarme Strahlsteuerung an Raketen. Erster Deutscher mit franz. Staatsorden "Médaille de l'Aéronautique". Maßgeblich an Coleopter-Entwicklung beteiligt. 1959 Techn. Direktor bei Focke-Wulf GmbH Bremen. 1964 Geschäftsführer der VFW und Ernennung zum Honorarprofessor.

Nach oben


Peter Bonin

Ing. Peter bonin
Ing. Peter Bonin (14.4.1909) studierte Maschinenbau in Darmstadt. In Weltwirtschaftskrise arbeistlos, schrieb da für andere Diplomarbeiten. Aufgrund seines Talentes 1936 Anstellung bei Junkers als Konstrukteur. Ab 1940 im Entwurfsbüro für Weiterentwicklungen zuständig. Mitarbeit an Ju 287. Nach 1945 im Junkerswerk bei Baade Konstruktionsleiter. Von 1946 bis 1954 in Sowjetunion an allen Flugzeugentwicklungen beteiligt. Ab 1955 in Dresden Haupttypenleiter. Nach Abbruch 1961 in Dresden Konstruktionsleiter mit 120 Mitarbeitern im Sondermaschinenbau.

Erich Wolf (III)

Erich Wolf 1940
Ing. Erich Wolf (2.11.1903) studierte nach verschiedenen Praktika in Breslau Maschinenbau. Am 15. März 1927 begann er als Detailkonstrukteur im Rohrbach Metallflugzeugbau Berlin. Am 1. August 1939 Wechsel zu Junkers ins Konstruktionsbüro. Nach Entlassung wegen drohendem Konkurs 1932 neue Anstellung bei Heinkel in Warnemünde. Nach acht Monaten Rückruf zu Junkers nach Dessau. Ab 1. März 1939 Leiter der Junkers-Entwicklungsabteilung. 1942 Patent auf ferngesteuerten Flugkörper mit Bremseinrichtung. 1943 Vertreter von Konrad Eichholtz als Typenleiter für Ju 252, Ju 290 und Ju 390 sowie kurzzeitig Ju 188/388. Von Oktober 1946 bis Juli 1954 mit Baade in UdSSR. Ab 1954 in DDR an vorderster Stelle in Flugzeugindustrie tätig. Erich Wolf sollte 1959 Brunolf Baade als Technischer Leiter ablösen, lehnte jedoch nach einer Woche Bedenkzeit ab. Von 1961 bis 1963 Fachbereichsleiter im Institut für Leichtbau. Am 3. August 1970 in Dresden verstorben.

Nach oben